Love for Riding: <b>Ein Motorradabenteuer in Kirgistan und Tadschikistan</b>

Love for Riding: Ein Motorradabenteuer in Kirgistan und Tadschikistan

Ich bin Motorradfahrer. Das beschreibt mich besser als irgendetwas anderes. Ich fahre für mein Leben gern, das liegt mir im Blut. Mein Vater, mein Großvater, mein Urgroßvater, ja sogar meine Urgroßmutter fuhren irgendwann einmal in ihren Leben Motorrad.
02-19-2019
Adventure

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Adam Dąbkowski
#REVITRIDER

Adam wurde in Warschau geboren und wuchs dort auf. Der Werbe- und Videoproduzent wurde in einer auto- und motorradverrückten Umgebung groß. Als er zehn Jahre alt war, saß er zum ersten Mal auf einem Motorrad, einer Honda MTX 80. Heute fährt er ein großes Tourenmotorrad, man findet ihn überall auf der Welt, meistens mit seiner Ehefrau im Schlepptau. In den letzten fünf Jahren hat er jeden Urlaub auf zwei Rädern verbracht. Vor rund zwei Jahren rief er seine Website „Love for Ride“ ins Leben, auf der er über Motorradstrecken und Motorradtests berichtet und Videos einstellt. Hier anschauen.

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Wayne Mitchell

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AUF ZWEI RÄDERN DIE WELT BEREISEN

Ich habe schon immer davon geträumt, mit einem Motorrad die Welt zu bereisen. Vor fünf Jahren wurde der Traum wahr. Mein Frau Izabela und ich eroberten zuerst einen großen Teil Europas. Vor zwei Jahren begannen wir das Projekt „Love for Ride“, ein Online-Portal inklusive sozialer Netzwerke, das sich auf die schönsten Motorradstrecken in Europa konzentriert. Unser Ziel ist, den Zuschauern diese Straße in erstklassigen Videos vorzustellen.

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DAS ABENTEUER FILMEN

Ich habe neun Jahre in der Filmindustrie als Produktioner und Videoproduzent gearbeitet. Ich kenne mich also aus mit dem Filme machen, allerdings weniger von der kreativen Seite aus. Ich wollte schon immer ein „echtes“ Motorradprogramm produzieren, aber es war schwer, dafür das Geld zusammen zu bekommen. Dann dachte ich: Hey, das könnte ich doch selber tun. Gesagt, getan.

Fahrten nach Zentralasien und nach Südamerika hatte ich schon immer auf meiner Liste. Diese Gegenden sind ein Mekka für Abenteurer. Letztes Jahr beschlossen wir, die Reise nach Kirgistan (der offizielle Name lautet Kirgisische Republik) und Tadschikistan gemeinsam auf einem Motorrad in Angriff zu nehmen.

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ABENTEUER: UNGETEERT

Wir hatten bereits eine Menge Erfahrungen auf befestigten Straßen gesammelt, wie gesagt, wir bereisten bereits einen großen Teil Europas. Vom Offroad-Fahren hatte ich allerdings keine Ahnung, vor allem nicht mit Sozia und Gepäck. Die größte Herausforderung lag also darin, dieses wundervolle, raue Terrain mit einer großen, maximal beladenen Reiseenduro zu befahren.

Zusätzlich zum normalen Gepäck kam noch die ganze Campingausrüstung für zwei Personen hinzu plus das Filmequipment plus eine Drohne. Um mich auf den Trip vorzubereiten, besuchte ich einen Fahrkurs für Großenduros. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausstellen sollte.

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Riding with a Passenger

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WIEDER ABSEITS DER STRASSE

Wir fuhren über 5000 Kilometer auf den Straßen von Kirgistan und Tadschikistan. Von den 28 Tagen in Kirgistan verbrachten wir 25 im Sattel. Hätte ich vorher gewusst, auf was für Straßen wir uns dort einließen, ich hätte auf eine Sozia verzichtet!

Abgesehen von der Hauptstraße M41 war praktisch jede Straße unbefestigt. Manche verdiente noch nicht einmal die Bezeichnung Straße. Am schlimmsten waren die Abschnitte mit losem Untergrund wie Sand oder kleinen Steinen und der Lehm auf den Pässen, auf denen es stark regnete. Der härteste Tag war der mit der Fahrt von Kazarman nach Osh.

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Roads

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Die schwarze Schotterpiste erinnerte eher an einen träge fließenden Fluss mit einer Oberfläche aus losen Steinen, Sand und Schlamm. Manchmal wurde es so gefährlich, dass Iza absteigen musste, damit ich sie nicht in Schwierigkeiten brachte.

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VON KAZARMAN NACH OSH

Was eigentlich ein ganz normaler Fahrtag werden sollte, wechselte bald zu etwas Außergewöhnlichem. Und das nicht im positiven Sinn! Wir brauchten zwölf Stunden für 300 Kilometer. Das mag relativ schnell klingen für eine Fahrt auf einem Untergrund, der hinter jeder Kurve Gefahren lauern ließ, aber es war äußerst anstrengend und manchmal zum Verzweifeln.

Die schwarze Schotterpiste erinnerte eher an einen träge fließenden Fluss mit einer Oberfläche aus losen Steinen, Sand und Schlamm. Manchmal wurde es so gefährlich, dass Iza absteigen musste, damit ich sie nicht in Schwierigkeiten brachte.

In nassen, schlammigen Passagen rutschte das Motorrad nur so herum, manchmal sogar unkontrollierbar, was mich körperlich enorm anstrengte. Hinzu kam der psychische Stress. Ich trug ja nicht nur die Verantwortung für mich, sondern auch für meine Frau. Wir beide verspürten in dieser Passage Angst und Sorge.

Trotz meiner Bemühungen, alles unter Kontrolle zu haben, stürzte ich einmal im sehr tiefen Schlamm. Ich hatte keinen dicken Stein in diesem Dreck erwartet, fuhr gegen einen und plumps, lagen wir da. Ich hatte schon etwas Übung mit Stürzen, aber für Iza war es das erste Mal. Glücklicherweise waren wir nicht schnell, dennoch fiel sie von der Sitzbank kräftig auf die Seite und schlug leicht mit dem Kopf auf den Boden. Aber da wir in den weichen Schlamm stürzten, passierte uns nichts. Nach dem ersten Schock liefen Tränen und ich fragte Iza, ob sie okay sei. Schließlich antwortete sie: „Ja, aber ich habe ein wenig Angst.

Einen Moment später sagte sie: „Es war nicht so schlimm“ und lächelte wieder.

Ich hob die GS wieder auf und wir beschlossen, dass ich diesen Abschnitt alleine passieren sollte. Ich dachte mir: „Hoffentlich ist das bald vorbei, kommt bald eine bessere Straße. Aber bis dahin ist das unser einziger Weg.“

Schließlich endete dieser Alptraum nach vielen Stunden, als wir Osh erreichten.

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DIE SHOW MUSS WEITERGEHEN

Wir erinnern uns an diese Erfahrung, als wäre sie gestern geschehen. Es heißt, an die schlimmsten Momente erinnert man sich am längsten. Aber dann sind da natürlich auch die schönen Impressionen, die bleiben, beispielsweise die wunderschönen Landschaften in Kirgistan und Tadschikistan, wild und bezaubernd. Kirgistan scheint nur aus endlosen, grasbewachsenen, baumlosen Hügeln zu bestehen.

In Kirgistan gibt es traumhafte Bergseen wie den Song-Kul. Der ist 270 qkm groß (ungefähr so groß wie Erfurt) und liegt inmitten der größten Wiese, die man sich vorstellen kann und die wiederum von Bergketten umgeben ist. Auf diese Wiese stehen weder Bäume noch Gebäude. In den Sommermonaten kommen Einheimische hierher und leben dann in Jurten wie ihre Vorfahren. Einige dieser Jurten sind auf Gäste eingestellt und zeigen, wie das Leben hier vor 100 Jahren aussah, ohne fließendes Wasser, ohne Strom. Wir trafen auch auf Wildpferdherden, die oft das Galoppieren begannen, wenn wir vorbeifuhren. Fantastisch.

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SO HOCH

Tadschikistan ist anders. Hier existiert keine Vegetation. Die Höhe beträgt mehr als 4500 Meter, der Ak-Bakal-Pass steigt sogar auf 4655 Meter. Manchmal fühlten wir uns, als könnten wir den Himmel berühren. Die Wolken waren tief und es war kalt. Vor uns lagen endlose gerade Straßen, teilweise asphaltiert, teilweise geschottert, und Berge.

Die Farbpalette ist sehr eintönig, sie reicht von Weiß (Schnee und Salz) über Hellgelb zu beinahe Orange. Die Wüste ist praktisch leblos. Der Karakul-See, der größte und schönste in der Gegend, entstand nach einem Meteoriteneinschlag vor einer Million Jahren. Das Wasser ist von einer wunderbaren blauen Farbe, aber es gibt weder Fische noch sonstiges Leben darin.

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MENSCHEN UNTERWEGS

Die einheimische Bevölkerung ist arm und lebt in einfachen Verhältnissen. Doch die Menschen sind glücklich und freundlich, wir erlebten nicht eine unerfreuliche oder gefährliche Situation. Wir trafen auch viele andere Reisende aus der ganzen Welt, manche unterwegs auf ihrer Weltreise. Viele fuhren mit dem Fahrrad, aber wir stießen ebenfalls auf Motorräder oder Allradautos.

KEIN BEDAUERN

Wir fanden einige der schönsten Offroad-Pisten der Welt. Und selbst wenn wir genügend Herausforderungen erlebt hatten (schlechtes Wetter, furchtbare Straßen usw.), würde ich nicht zögern, dort noch einmal hinzufahren. Aber um das besser zu verstehen, sollten Sie sich „Love for the Ride“ anschauen. Vielleicht inspiriert es Sie ja auch.

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SIE WOLLEN MEHR?

Laden Sie Adams beste Strecken von dieser Route herunter auf Motorcycle Diaries.

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