<b>KLOKHUIS ABENTEUER</b> IN BOLIVIEN

KLOKHUIS ABENTEUER IN BOLIVIEN

Die niederländischen TV-Macher Bart Meijer und Erik den Boer reisten durch Bolivien, um Aufnahmen für eine Kindersendung zu machen. Sie überlebten die so genannte Todesstraße, durchquerten die surrealistische Salzwüste von Uyuni, befuhren wahnsinnig hohe Straßen am Chacaltaya-Berg und vieles mehr.
03-13-2019
Adventure

Article

Bart MEIJER &
Erik den Boer
#REVITRIDERs

Bart Meijer, 36, Regisseur/Moderator von Het Klokhuis, und der Regisseur und Kameramann Erik den Boer, 52, teilen die gleichen Leidenschaften: Fernsehen machen, Reisen und Motorradfahren. Als sie sich bei einem Pubquiz trafen, schmiedeten sie schnell einen außergewöhnlichen Plan. Sie befestigten Kameras und Schlafsäcke auf ihren Motorrädern und reisten durch Bolivien, vom tiefsten Dschungel bis auf die höchsten Berge. Dabei entstanden acht Folgen für das niederländische Kinderprogramm Het Klokhuis.

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BART MEIJER & ERIK DEN BOER

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DIE AMIGOS EINSAMMELN

Ursprünglich wollten wir unsere eigenen Motorräder mit nach Bolivien nehmen. Aber das erwies sich als zu kompliziert und vor allem zu teuer. Allein das Verschiffen hätte ein kleines Vermögen verschlungen. Schließlich ersannen wir eine weitaus ökonomischere Lösung: Wir fanden einen Motorradverleiher, der uns zwei Suzuki DR 650 zu einem vernünftigen Preis vermietete. Das war in Cochabamba, im Zentrum Boliviens, auf 2500 Metern Höhe.

Das war noch nicht so hoch, als dass wir wegen Sauerstoffmangels unter Atemnot gelitten hätten, aber nahe dran. Um besser auf unser Abenteuer vorbereitet zu sein, ließen wir uns vom Vermieter noch zeigen, wie man einen Reifen wechselt, eine unschätzbare Information. Danach machten wir uns auf zu den richtigen Höhen – wir stiegen auf bis zu 5200 Meter. Wir fühlten uns von Anfang an gut und unsere beiden Motorräder wurden unsere „Amigos“ für die nächsten zwei Monate. Vamos!

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Amigos

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DIE GEFAHR LAUERT GLEICH UM DIE ECKE

In Bolivien Motorrad zu fahren ist gefährlich, besonders auf den Fernstraßen. Überholende Autofahrer sorgen für gefährliche Situationen, zum Beispiel wenn sie dich überholen während du selber überholst. Oder wenn dir hinter einer Kurve zwei LKW nebeneinander entgegenkommen. Hoppla! Dann ist es wichtig, ruhig zu bleiben und nicht auf die LKW zu schauen, sondern zum Straßenrand. Und anschließend an der nächsten Raststätte eine Pause einzulegen, damit der Adrenalinspiegel wieder sinken kann.

Bart: Nach einer Tagesfahrt durch den Dschungel fuhren wir zurück nach La Paz. Wir stießen auf frischen Asphalt und freie Straßen, gut genug für einen tollen Tag. Doch dann erlebte ich praktisch aus dem Nichts eine höchst unerfreuliche Überraschung. In einer leichten, eigentlich übersichtlichen Rechtskurve sah ich eine Situation auf mich zukommen, die nicht gut war. Überhaupt nicht gut.

Mir kamen zwei LKW nebeneinander entgegen. Einer von beiden fuhr komplett auf meiner Spur. In einer Kurve. Glückicherweise war ich auf der Hut, aber das bedeutete in dieser Lage keine Lösung. Ich haute voll in die Bremsen und spürte, wie mein Hinterrad schlingerte. Weil ich aber nicht stürzen wollte, ließ ich die Bremse wieder los. Die Suzuki fuhr wieder gerade und der LKW auf mich zu.

Der einzige Ausweg bestand darin, ihm irgendwie auszuweichen. Ich zog am Lenker und steuerte das Motorrad in die richtige Richtung. Aber noch rechtzeitig? Ich erzähle Euch die Geschichte, also hab’ ich es geschafft.

Aber es war knapp, sehr knapp. Zu knapp, um sich gut zu fühlen.

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GEFAHR DIREKT VORN

Am nächsten Tag wurde es richtig schlimm. Glücklicherweise waren wir nicht schnell unterwegs, als wir unser erstes enges Zusammentreffen hatten.

Erik: Das Auto vor mir stoppte abrupt an einer Kreuzung. Das geschah so plötzlich, dass ich keine andere Wahl hatte als mit meinem Kopf gegen seine Heckscheibe zu prallen. Nicht der schönste Augenblick in meinem Leben. Das Glas flog gegen meinen Bart und mein Kinn. Bart fragte mich spontan, ob ich im Kofferraum einige Leckereien entdeckt hätte, die ich haben musste. Sehr witzig, Bart.

Sofort danach verwandelte er sich in eine Krankenschwester und drückte ein Taschentuch auf mein Kinn. Unglücklicherweise blutete es stärker als wir erwartet hatten. Bart versuchte, mich zu verbinden, doch am Ende musste die Wunde genäht werden. Ein freundlicher Arzt erledigte das für schlanke 15 Euro. Nicht schlecht, dachte ich, doch dann sah ich, warum die Behandlung so günstig war: Innerhalb von zehn Minuten war die Naht wieder aufgegangen und ich musste erneut zum Doktor.

Jetzt zog er alle Register und verwandelte mein Kinn in eine uneinnehmbare Festung. Mit gestreckter Visage und zehn Jahre jünger aussehend konnte ich unsere Reise fortsetzen. Nach einer Woche wurden die Fäden gezogen. Witzige Tatsache: Ein Stromausfall ist in Bolivien keine Seltenheit, Fäden entfernen funktioniert auch beim Licht eines Smartphones.

Highlights

Salt Flats
Die unendliche Weite des Salzsees von Uyuni ist wahrscheinlich der surrealistischste Ort der Welt, den man mit dem Motorrad befahren kann. Ein weißes Gebiet, so groß wie der Norden der Niederlande. Endlos flach und endlos weit.

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BART AN EWIGKEIT – EINE SPEKTAKULÄRE AUFNAHME

Die bei weitem spektakulärste Aufnahme, die wir während der Reise mit einer Drohne gemacht haben, entstand durch Zufall. Es war schon fast dunkel und beinahe ein bisschen zu spät, aber wir wollten es versuchen. Bart sollte im Uyuni-Salzsee auf die untergehende Sonne zufahren. Unsere Drohne hatte eine Einstellung, die wir noch nie ausprobiert hatten, Autotracking mit der Option ‚Umrundung des Zielobjekts’. Das hieß, die Drohne würde Bart begleiten und ich würde versuchen, sie manuell um ihn herum zu steuern. War doch einen Versuch wert, oder?

Es funktionierte, obwohl wir gar nicht genau wussten, wie. Bart fuhr so schnell, dass ihm die Drohne kaum folgen konnte. Sie hatte Schwierigkeiten, in dieser weißen, kahlen, 4000 Meter über dem Meer gelegenen Ebene an ihm dranzubleiben. Lag es an der dünnen Luft oder den fehlenden Bezugspunkten am Boden, ich weiß es nicht. Als die Drohne vorn an Bart vorbeiflog erkannte ich aus der Ferne, dass sie sich zu nahe am Boden befand. Ich zog sie hoch und drehte sie gleichzeitig. Ich hatte keine Ahnung, wie das aussehen würde. Erst als wir im Hotel das Material anschauten erkannten wir, wie zauberhaft sich alles zusammengefügt hatte. Wir mussten uns das gleich mehrmals ansehen, so gut fanden wir es.

Sehen Sie selbst!

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„DEATH ROAD“ GEMEISTERT

Lange bevor wir diese Reise antraten, sprachen wir oft über die berühmte „Death Road“. Eine 60 km lange, unglaublich gefährliche Straße, bekannt aus der TV-Sendung gleichen Namens und natürlich aus einer lustigen Szene aus Top Gear. Jetzt waren wir da, im Regen und dicken Nebel. Ich hatte erhebliche Zweifel.

Bart hingegen nahm ohne zu zögern die enge Schotterpiste unter die Räder. Es war sicherlich eine der schönsten Straßen, die wir je gefahren sind, auch wenn uns jetzt noch die Knie schlottern. „Wann geht sie los?“ Das dachten wir tatsächlich die ganze Zeit, bis wir plötzlich an ihrem Ende standen. Zwei Tage später befuhren wir sie noch einmal, dann allerdings bei besserem Wetter. Wir genossen die beindruckenden Felswände und die traumhafte Landschaft. Sollten Sie einmal in die Gegend kommen, müssen Sie die „Death Road“ definitiv in beide Richtungen befahren. Wir erlebten unsere eigene „Death Road“ eine Woche später ...

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Death Road

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DIE UNENDLICHEN HÖHEN VON CHACALTAYA

Wir wollten zu einem der höchsten Punkte der Welt, die man mit dem Motorrad erreichen kann. Der musste auf unserer Route einfach dabei sein. Und weil wir eine Episode über Höhe drehen wollten, planten wir einen Versuch mit einem gekochten Ei. Tatsächlich wurden wir selbst die gekochten Eier. Wir starteten auf einer engen Lehmpiste, die Schmelzwasser in eine wahre Rutschbahn verwandelt hatte. Auf 4000 Metern Höhe wurde das Atmen schwerer und schwerer, der Schnee auf der Piste war noch nicht geschmolzen. Haarnadelkurven, gespickt mit Eis und Schnee, bescherten uns weiche Knie.

Erik: Auf mehr als 5200 Metern Höhe wurde es schwierig, sich zu konzentrieren und diese anstrengende Fahrt zu filmen. Die Wettervorhersage versprach zudem weiteren Schnee und Regen. Bei der Fahrt nach unten machten wir ein paar fantastische Aufnahmen per Drohne vom unvergesslichen Chacaltaya. Hier erreichten wir die höchste Stelle unserer Tour für eine Sendefolge, die sich mit dem Einfluss von Höhe auf den menschlichen Körper beschäftigt. Für diese Folge sahen wir uns ein WM-Qualifikationsspiel Bolivien gegen Brasilien an und Bart wirkte bei einem Fußballspiel in 4000 Meter Höhe mit. Echt hart.

Nach der Chacaltaya-Erfahrung fuhren wir wieder hinab auf Seehöhe und drehten eine Episode über Piranhas. Nach langer Suche fanden wir welche, zusammen mit Wasserschweinen und Kaimanen. Als nächstes folgten Aufnahmen über Wiederaufforstung und Avocados. Für uns als Motorradfahrer war die Salzwüste von Uyuni eine bizarre Erfahrung. In dem Gebiet drehten wir die Folgen über Salz und Lithium, das in Batterien verwendet wird. Auch der Besuch der Silberminen von Potosi beeindruckte uns sehr.

Zu den Privilegien, für seine Arbeit zu Reisen, gehört es, in persönlichen Kontakt mit den Einheimischen zu kommen. Die Männer, die uns in die Mine führten, werden wir nie vergessen. Für eine Sendung über Alpacas schliefen wir in unseren Motorradjacken. Aber wir lachten auch laut über ihre verdutzten Gesichter, vor allem, nachdem wir eines geschoren hatten.

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Alpaca shaving

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Klokhuis Bolivia 4
Klokhuis Bolivia 5
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ANSEHEN

Alle acht Folgen dieser unglaublichen Reise wurden ausgestrahlt. Man kann sie sich auf ihrer Website anschauen.

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