<b>We Want Adventure:</b> Ostafrika-Tour, Teil 2

We Want Adventure: Ostafrika-Tour, Teil 2

Als die wenigen Reisepläne, die sie im Kopf hatten, nicht wie erwartet verliefen, wurden natürlich neue Abenteuer auf dem Weg gefunden.
05-18-2020
Adventure

Article

Mandy & Pieter alias
We Want Adventure
#REVITRIDERS

„We want Adventure“ ist ein Projekt, in dem Mandy und Pieter drei ihrer Lieblingsbeschäftigungen vereinen: Reisen, Fotografieren und Motorrad fahren. Mandy ist eine international renommierte Fotografin mit Schwerpunkt auf Hochzeiten und Werbung, Peter arbeitet als Einzelhandelsmanager beim niederländischen REV’IT! Händler „MotorKledingCenter“.

WEBSITE | FACEBOOK | INSTAGRAM

Mandy & Pieter

Product images

We Want Adventure 1
We Want Adventure 2
We Want Adventure 4
We Want Adventure 3

Intro text

DAS ABENTEUERGEHT WEITER …

About this page

Unserer Reise durch Zentralafrika endete damit, dass wir in Ostuganda strandeten (siehe vorherigen Blogpost). Der Fortgang der Reise war tatsächlich einmal mehr einer Ansammlung von Zufällen geschuldet. Das macht den Reiz aus, wen man mit zwei alten Motorrädern fährt. 

Es ist weiterhin sehr reizvoll, ohne zu viele Pläne durch Länder zu reisen, deren Bevölkerungen von Tag zu Tag leben. Wir hatten Leoparden, Löwen und Elefanten überlebt, aber würden wir auch die kriegerischen Stämme in Ostuganda und Kenia überstanden?

Product images

We Want Adventure 5

Product images

We Want Adventure 6

Product images

We Want Adventure 7

About this page

VON WEST NACH OST

Von den Nationalparks in Ostuganda aus nahmen wir Kurs auf Karamoja. In Kampala, wo wir unsere Motorräder gemietet hatten, trafen wir zufällig einen niederländischen Landsmann mit ugandischen Wurzeln. Theo Vos besitzt ein Reisebüro namens Kara-Tunga. Er lud uns nach Karamoja ein und machte uns richtig den Mund wässrig mit Abenteuern, Pisten, Kultur und wunderschöner Natur. Eine Gegend, in die sich nur wenige Touristen verirren. Das klang  alles sehr spannend. 

Nachdem Karamoja lange Zeit Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen und isoliert war, öffnet sich die Region wieder der Welt. Wegen der jahrelangen Einsamkeit hat dieses Gebiet nur sehr wenig Einflüsse von außerhalb erfahren und sich deshalb viel von seiner Ursprünglichkeit bewahrt. Die Einwohner nennen sich Karamajong und leben hauptsächlich als viehzüchtende Nomaden, andere sind Jäger und Sammler. Weil es in den letzten Jahren hier verhältnismäßig ruhig war, hat der Tourismus zugenommen. Menschen aus der ganzen Welt beginnen damit, die Gegend zu entdecken. Wir fanden, das war ein echter Kampf der Kulturen. Kara-Tunga macht einen großartigen Job auf dem Gebiet des nachhaltigen Tourismus. Theo meinte, wir gehörten zu den ersten, die Karamoja auf dem Motorrad bereisten.

Highlights

We Want Adventure 8
Gewissermaßen standen sich zwei wildfremde Stämme auf dieser Straße gegenüber.

About this page

KARAMOJA

Mit kräftigem Rückenwind und allen Reißverschlüssen an unseren Jacken geöffnet, fuhren wir weiter auf den flachen Pisten von Karamoja. Das üppige Grün von Uganda wechselte bald zu braunem Sand. Hier und da hingen Staubwolken über der unendlichen Savanne, am Horizont zeichnete sich eine Gebirgskette ab, über der sich dunkle Wolken ballten. In der Ferne grollte Donner. Manchmal passierten wir kleine Dörfer mit Steinhäusern. Etwas weiter die Straße hinunter entdeckten wir Holzhütten. Gelegentlich trafen wir auf eine Kuhherde, bewacht von Kindern mit Stöcken. Dieses einsame Land wirkte auf den ersten Blick freundlich, aber gleichzeitig auch bedrohlich. 

Während der Tage in Karamoja erstarrten wir oft in Ehrfurcht vor den Schönheit des Landes und seiner Bewohner. Wir schliefen mit den Männern, die das Vieh bewachen, in einem ‚Kraal’. Wir tanzten mit den Imkern des Tepeth-Stammes. Auf dem örtlichen Viehmarkt von Kotido lernten wir den Preis einer Kuh kennen. Beim Bier am Lagerfeuer erfuhren wir, wie viele Kühe normalerweise als Mitgift bezahlt werden. 

Die Karamajong haben eine reiche Kultur, auf die sie stolz sind. Ihr Viehbesitz zeigt ihren Reichtum. Narben im Gesicht sind eine Art Tattoo. Karamajong-Frauen tragen sie als Schmuck, bei Männern zeugen sie von Stärke. Eine Narbe im Gesicht eines Mannes bedeutet, er hat einen anderen Mann getötet. Wie schon gesagt, die Menschen hier sind Krieger. Männer schützen ihr eigenes Vieh und versuchen zugleich, das von anderen Clans zu stehlen.

Der halbnackte Junge, der mit Pfeil und Bogen durch die Steppe auf der Suche nach seinem Abendessen strich, schaute uns genau so erstaunt an wie wir ihn. Wer waren diese Leute auf vollbepackten Motorrädern, die bei 35 Grad von Kopf bis Fuß in Motorradklamotten steckten? Gewissermaßen standen sich zwei wildfremde Stämme auf dieser Straße gegenüber. Manchmal fühlten wir uns so weit weg von Zuhause wie nur möglich, und doch gaben sie uns durch ihre Gastfreundschaft ein Gefühl der Geborgenheit. 

Product images

We Want Adventure 11

Product images

We Want Adventure 9

About this page

KENYA

Im Nachhinein betrachtet ist es gut, dass wir Fotos gemacht haben. Sonst könnten wir nicht beweisen, dass wir eine Woche in Kenia waren. Der Grenzübergang bestand aus einer Bambushütte, besetzt mit einem einsamen Soldaten. Er betrachtete uns, schrieb etwas in sein großes Buch und weiter ging’s. Das Grenzgebiet war sehr gebirgig mit steilen Auf- und Abfahrten. Die kurvigen Bergstraßen gaben langsam den Blick frei auf eine weite Gebirgslandschaft. In einem kleinen Dorf passierten wir eine Polizeistation, unser erster Kontrollpunkt in Kenia. Die Beamten schauten in unsere Pässe und ließen uns passieren. Langsam, aber sicher kamen wir in die Wüste und unsere ‚Straße’ war ein breites trockenes Flussbett.

Der Tag endete, die Nacht brach herein und wir hatten zu wenig Wasser und Essen und kein kenianisches Geld. In den wenigen Dörfern, durch die wir kamen, wollte niemand ugandisches Geld akzeptieren. Der lose Sand ließ keine Piste erkennen, nur hunderte von Spuren ins Nirgendwo. Es war mittlerweile stockdunkel und wir hatten noch einen weiten Weg in die nächste Stadt mit einem Hotel vor uns. Ein langer Tag lag bereits hinter uns und zu allem Überfluss bekamen wir jetzt auch noch Ärger mit einem Motorrad.

Product images

We Want Adventure 10

Product images

We Want Adventure 12

About this page

HINDERNISSE AUF DER STRASSE

Ohne ersichtlichen Grund blieb Pieters Motorrad einfach stehen. Er schaute sich den Motor im Lichte seines Smartphones an, doch komischerweise änderte sich nichts. In der Zwischenzeit waren einige Kenianer aus dem Dunkel der Nacht aufgetaucht und boten freundlich ihre Hilfe an. Mir war nicht ganz wohl, schließlich standen wir mitten in der Nacht im Zentrum von Nichts und waren umgeben von ein paar Kenianern, die nach Alkohol rochen. Aber bevor wir uns verrückt machten, folgten wir lieber einigen positiven Gedanken. 

Einige Momente später tauchten Autoscheinwerfer auf, die sich als zu einem Krankenwagen mit Allrad gehörend erwiesen. Der freundliche Fahrer bot uns seine Hilfe an, holte ein Seil und band das eine Ende an seinem Jeep fest, das andere am Motorrad. Doch als er losfuhr, schlenkerte die Honda in weiten Schwüngen von links nach rechts. Das ging nicht. Also banden wir die Honda an ein boda, ein Moped, und siehe da, das klappte. Die Scheinwerfer des 4x4 leuchteten uns den Weg und nach 40 Kilometern in zwei Stunden ereichte wir hungrig und k.o. das Hotel. Was für ein Glück, dass der Koch uns noch einen Fisch briet, den er mit Fritten und einer Limo servierte. Lang lebe Coca Cola!

Highlights

We Want Adventure 13

About this page

NEUE ENTDECKUNGEN

Nach einer Woche in Turkana mussten wir feststellen, dass in unseren Pässen Stempel und den Motorrädern die Versicherungen fehlten. Turkana ist eine ziemlich verlassene Gegend und wir fanden keine Möglichkeit, unsere Probleme zu lösen. Wir mussten nach Süden, entweder in die nächste Stadt oder zu einem offiziellen Grenzübergang, auf jeden Fall zwei Tagestouren entfernt. Wir zweifelten, ob wir das tun sollten. Wir waren ja schon in Kenia, wenn auch ohne die richtigen Papiere. Vielleicht würde man uns in der Stadt oder Grenzposten nur noch mehr Schwierigkeiten bereiten?

Außerdem würde uns die Aktion viel Zeit und Geld kosten. Deshalb entschieden wir uns, den gleichen Weg nach Uganda zurückzufahren. Wir starteten früh, die Taschen voll mit Bananen, Keksen und Wasser. Am späten Nachmittag kamen wir wieder an dem einsamen Grenzposten an. Der Polizist sah uns an und fragte nach Geld, wir schüttelten die Köpfe. Dann bat er uns um Kekse und wir überließen ihm unsere gesamten Vorräte. Wir fuhren weiter nach Moroto, wo wir nach einigen Tagen Auf Wiedersehen sagten. Langsam bewegten wir uns Richtung Kampala, wo wir die Motorräder wieder abgeben wollten.

Product images

We Want Adventure 14

About this page

WIR KOMMEN WIEDER!

Unsere erste Begegnung mit Afrika war wunderbar und machte Appetit auf mehr. Wir kamen ohne Erwartungen an, aber schon mit einer vagen Idee und ohne genau zu wissen, worauf die hinausläuft. Vor unserer Ankunft wussten wir nicht, dass uns die Nationalparks so sehr gefallen würden. Wir kamen für Kultur und Abenteuer, aber auf den Motorrädern über die Pisten zu fahren und dabei Elefanten und Giraffen zu begegnen war einfach fantastisch und machte uns sprachlos. 

Wir würden Uganda als Reiseziel definitiv empfehlen. Die Leute dort sind freundlich, sprechen gut englisch und wenn man sich ein wenig abseits der Standard-Touristenattraktionen bewegt, gibt es unglaublich viel zu entdecken. „Das Land der Freien“ hatte unser Gastgeber in Ruanda dieses vielfältige Land genannt, und er hatte Recht. Uganda hat alles, was ein abenteuerlustiger Motorradfahrer braucht. Wir werden auf jeden Fall dorthin zurückkehren und mehr von Afrika erforschen.

Highlights

We Want Adventure 17

REVIT_ADVENTURE


Folgen Sie uns und lassen Sie sich von den REV'IT! Adventure-Fahrern auf ihren Reisen rund um die Welt inspirieren.